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Renegade

alter Hase

  • »Renegade« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 34

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Mittwoch, 22. Oktober 2014, 21:56

Wie funktioniert im Detail 2WD/4WD beim YJ ?

Servus !hi ,

könnte mir mal jemand bitte erklären wie genau eigentlich das Allrad-Zeugs beim YJ funktioniert? Wenn ich den VTG-Schaltknüppel von der üblicherweisen 2H Stellung in die nächste Stellung 4H bewege, um Allrad zuzuschalten, dann wird ja die Gabel bewegt und an meinem Verteilergetriebe etwas bewirkt. Soweit ich das jetzt durch Eigenrecherche interpretiert habe, gibts genau an diesem Getriebe einen 4-poligen Stecker, und genau daneben noch einen einzelnen Schlauch, der auf einem Nippel aufgesteckt ist. Diese 4 Kabel inkl. diesem Gummischlauch verlaufen entlang dem Getriebe auf Beifahrerseite in den Motorinnenraum, von wo aus diese dann wiederum irgendwie nach unten Richtung VA wandern. Der eine Gummischlauch verläuft glaub in meine VA-Dose. Diese VA-Dose hat einen gummiartigen Aufsatz mit 2 Anschlüssen, der von oben einfach aufgesteckt wird. Das sind wohl die Schläuche, die mittels Unterdruck irgendwas innerhalb dieser Dose schalten, richtig? Hier ein Bild wie das bei mir aussieht:



überhalb dieser VA-Dose sieht man diese 2 kombinierte Schläuche die auf den Nippeln der Dose aufgesteckt sind. Auf der linken Seite sieht man diese 2-poligen Kabel, ich habe jedoch keine Ahnung was das ist. Steckt da irgendein Sensor drin, der nachprüft ob die VA zugeschaltet wurde oder nicht, und gibt das Signal ans Cockpit weiter für die Leuchtanzeige des Allrads?

Ich hab mal diese 2 kombinierten Gummischläuche von meiner Dose abgezogen und bei laufendem Motor erkennt man an keinem der zwei Schläuche irgendeinen Unter- oder Überdruck, also alles ganz normal. Sobald ich von 2H nach 4H schalte, wird ein Unterdruck an einen dieser Schläuche bemerkbar, Kumpel meinte es ist so als ob einer mit 'nem Strohlhalm daran saugen würde. Schalte ich wieder in 2H, ist dieser Unterdruck weg. Daher meine Frage: wozu ist der zweite Schlauch, der keinen Unterdruck erzeugte ?

Wenn ich mir diese Grafik hier anschaue:


dann müsste tatsächlich das im vorherigen Bild gezeigte 2-polige Kabel eine Art Kontrollsteuerung für die Cockpit-LED sein, oder? Ich verstehe aber nicht wohin die zwei Gummischläuche führen, die von der Dose weggehen. Den einen Anschluss habe ich ja bereits gefunden, der landet auf meinem Verteilergetriebe auf dem dortigen Nippel, also gehe ich davon aus, dass mein Verteilergetriebe den Unterdruck erzeugt und durch eine Leitung auf die VA-Dose leitet. Wo sitzt aber das Ende des Gummischlauchs der VA-Dose und wozu ist der gut? Am Verteilergetriebe hab ich ja nur noch diesen 4poligen quadratischen Stecker gefunden, der vermutlich 4 Kabel besitzt (kein Schlauch)

Ich habe im Internet gesucht und nachgesehen, wie diese Dose im Inneren aussieht. (Wie kriegt man die Dose eigentlich auf, ich erkenne da keine Schrauben?) Wenn man diese Dose in diesem Bild hier...


öffnet, dann sieht das wohl so aus:




Die abgenommene Unterdruckdose mit dem Schaltmechanismus scheint also so auszusehen...








Diese Explosionszeichnung hier zeigt nochmals deutlich den Aufbau. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann bewegt diese Vakuum-Dose (0179.11) durch das Teil (0181.11) diese Muffe (0185.10) links und rechts und verbindet/trennt somit das rechte Rad über die Welle. Ist das so?

- Wenn ich von 2H auf 4H schalte, oder on 4H auf 2H zurück, würde ein Betrachter, der sich genau neben der Dose befindet irgendwie bemerken oder hören, dass die Dose arbeitet und diese Muffe schiebt? Hört man das, sieht man das, oder spürt man das wenn man die Dose berührt?

- Wenn ich 2H verwende, dreht sich dann meine vordere Kardanwelle mit oder steht diese komplett still unter Last (=wenn ich fahre) ? Ich würde sagen, die vordere Kardanwelle sollte sich eigentlich bei 2H nicht mitdrehen, oder?

- Was genau für Vorgänge passieren wenn ich nun 4H einlege? Wird einerseits im Verteilergetriebe die vorderen Kardanwelle hinzugeschaltet und dreht sich also jetzt erst mit, und andrerseits gibt das Verteilergetriebe über diesen Nippel durch den Gummischlauch Unterdruck raus, der wiederum am anderen Ende die VA-Dose dazu bewegt, die vorhin genannte Schiebemuffe (0185.10) in der Vorderachse zu schalten, und somit das rechte Vorderrad mit dem VA-Differential verbindet?

Ich wollte mich heute einem ganz alten Problem widmen, welches mir zwar bisher keine allzugroßen Kopfschmerzen bereitet hatte, da ich den Yps selten fuhr und auf 4WD nicht angewiesen war:

Szenario: ich schalte in 4H mit dem Schalthebel. Die Cockpitanzeige leuchtet korrekt auf, und ich kann mit Sicherheit sagen, dass alle 4 Räder drehen. Das sehe ich sowohl an der sich drehenden vorderen Kardanwelle, als auch an den Rädern wenn ich diese z.B. kurz durchdrehen lasse. Außerdem merk ich das an der Verspannung beim Kurvenfahren auf festem Untergrund.

Nun schalte ich wieder auf 2H, fahre einige Meter und die Cockpitanzeige für Allrad erlischt. Trotzdem ist noch die Verspannung da wenn ich auf Asphalt mit vollem Lenkeinschlag eine Kurve zu fahren versuche. Die ordere Kardanwelle dreht sich außerdem mit. Ich habe zusammen mit nem Kumpel über 1h lang verschiedene Möglichkeiten ausprobiert und das ganze in allen Kombinationen probiert. Fazit: vordere Kardanwelle drehte sich ständig mit, und Verspannung war da, also war die VA geschaltet. Das ganze spielte sich auf einem Privatgrundstück auf 'ner nassen Wiesefläche ab. Wie weiter oben beschrieben, Vakuum war an dem einen der zwei Schläuche da, sobald ich auf 4H schaltete, und Vakuum war wieder weg wenn ich auf 2H schaltete. Aber anscheinend scheint da noch ein andres Problem zu existieren :( Irgendwann hab ichs aufgegeben und entschloss nach Hause zu fahren. Vorher bin ich aber noch in die Waschstraße gefahren um den Matsch und Dreck wegzukriegen, solange er frisch war. Das war ca. 3km entfernt, dabei bin ich zwischen 50-80km/h gefahren. Beim Waschvorgang habe ich mit dem Dampfstrahler in kurzem Abstand auf diese Unterdruckdose an meiner VA gehalten mit der Hoffnung, dass das evtl. irgendwie helfen könnte.

Als ich dann Richtung nach Hause losfuhr, hatte ich nach einigen Minuten bemerkt, dass die Räder beim engen Kurvenfahren nicht mehr schrubben, diese Spannung also nicht mehr da war. Ich konnte das aber auf der öffentlichen Straße nicht 100%ig gegenprüfen und fuhr also erstmal brav nach Hause (ca. 5km). Mir fielen aber die Vibrationen deutlich auf, die von der sich drehenden vorderen Kardanwelle kamen (ich kenne diese Art von Vibes). Zu Hause angekommen fuhr ich einige Kurven mit Volleinschlag in Schrittgeschwindigkeit. Die VA schien tatsächlich losgelöst zu sein, kein Reifenschrubben mehr. Ich fragte einen Passant, und der bestätigte mir, dass sich die vordere Kardanwelle dreht, wenn ich losfahre.

Nun möchte ich gerne verstehen...

a.) was hat bewirkt, dass die VA irgendwann doch wieder freigeschaltet hat? War es der Dampfstrahler oder die paar km Fahrt ? Falls es der Dampfstrahler war, kann es sein, dass der einfach irgendwelchen Dreck im Inneren gelöst hat oder war einfach kein Öl mehr in der Dose und die mechanische Schiebebewegung konnte nicht durchgeführt werden? Und mit dem Wasser gings dann ? Kann denn überhaupt Wasser ins Innere dieser Dose gelangen?

b.) wieso dreht die vordere Kardanwelle trotzdem noch mit? wenn der Bolzen im inneren des VTGs, welcher für die Schaltstellungen verantwortlich ist, auf den hinteren VTG-Deckel stoßen sollte (wir haben ihn aber damals nach dem SYE-Umbau entsprechend abgeflext und gekürzt, und natürlich die Stellungen ausprobiert), dann hätte doch 2WD niemals eingelegt hätte werden können und die Cockpitanzeige wäre noch an. Außerdem hat die vordere Achse ja mühevollem Hin-und Herprobieren letztendlich (nach der Dusche in der Waschstraße) doch aufgemacht. Das wäre ja alles nicht möglich gewesen, wenn's an diesem Bolzen liegt, oder ?

c.) neugierweise würde mich interessieren: was würde passieren wenn das VTG ordentlich in 2H geschaltet hat, also die vordere Kardanwelle NICHT mitdreht, dir Vorderachse aber geschaltet, also starr ist ? Würden die Kräfte der sich drehenden beiden Vorderräder durch das Vorderachsdifferential bis zur vorderen Kardanwelle durchdringen und die vordere Kardanwelle so zum Mitdrehen bewegen? Kann es also sein, dass die vordere Kardanwelle gar nicht vom Getriebe angetrieben wird, sondern mitdreht, weil die Kraft von der VA kommt?

Bitte nicht lachen, ich kenn mich nicht gut aus und versuche das ganze nur zu Verstehen. Wenn mich jemand aufklären könnte, wäre ich sehr dankbar. Bin für jeden Tip dankbar!

:hmm ^^

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Renegade« (22. Oktober 2014, 22:13)